ROTHER,
Richard, Holzschneider und Bild-hauer. * 8.5.1890 in Bieber im Spessart,
† 2.11.1980 in Fröhstockheim (Rödelsee). verh. 1920 mit Linda Mauer, 1
Tochter, 2 Söhne.
Als Sohn eines Amtsgerichtsrates besuchte R. das hum. Gymnasium in
Hadamar. Ein Verweis von der Schule machte den Weg frei für seine
künstlerische Ausbildung. Er ging auf die Kunstgewerbeschule nach Nürnberg,
wo Prof. Max Heilmeyer und Rudolf Schiestl die Gewerbeklasse leiteten. 1910
wechselte er an die Akademie nach München zu Prof. Hermann Hahn. Der Tod
seines Vaters verhinderte den weiteren Besuch der Bildhauerklasse. So
bildete er sich in Ateliers namhafter Bildhauer in München, Offenbach und
Frankfurt weiter. Auch mit Prof. Widmer, Nürnberg, hatte er enge Bindungen,
wo er in Holz, Stein und Stuck arbeiten konnte.
Im Weltkrieg unterbrach 1917
eine Verwundung in der Champagne zunächst die Entwicklung. Eine zufällige
Begegnung nach dem Krieg mit Bürgermeister Graff führte ihn nach Kitzingen,
wo er mit seiner Mutter in Fröhstockheim wohnte. Dort lernte er seine Frau
kennen, die er 1920 heiratete. 1922 schuf Rother seinen ersten Holzschnitt.
1931−65 nahm er die Aufgaben eines Lehrers an der Kunst- und Handwerksschule
in Würzburg wahr. Danach setzte er sein künstlerisches Schaffen zunächst in
Würzburg, dann in seinem vertrauten Kissingen fort.
Im Laufe der Jahre
entstanden unzählige Holzschnitte und Plastiken, kleine Bronzen und auch
große Stein- und Bronzefiguren für Dörfer und Städte im Würzburger Land. Mit
besonderer Vorliebe wählte er Weinmotive und Winzerdarstellungen; der
Frankenwein gehörte zu seinem Leben. Rother zählt zu den profiliertesten
Künstlern dieses Jahrhunderts. Als er 1980 mit 90 Jahren starb, hinterließ
er ein reichhaltiges Erbe, das Heinz Otremba bisher in 6 Bildbänden
zugänglich gemacht hat. Als Mensch und als Künstler wurde Rother mehrfach
geehrt. So war er Träger des Riemenschneiderpreises, des Deutschen
Wein-Kulturpreises und der Kulturpreise der Städte Würzburg und Kitzingen |